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Islam

Was bedeutet Islam?

Der Begriff «Islam» bedeutet bedingungslose »Hingabe« oder »Unterwerfung« unter Gott und seinen Willen, wie Er ihn im Koran niedergelegt hat. Ein Muslim hat sich Gott –Allah- «unterworfen», soll sich ihm dankbar erweisen und den im Islam verpflichtenden Geboten (aus Koran und islamischer Überlieferung «Sunna») Folge leisten.

Es ist also viel mehr ein Zustand, in welchen sich die Person bewusst begeben soll. Die Unterwerfung der eigenen Begierden, BedĂŒrfnisse und WĂŒnsche unter den Willen und die Gebote Allahs. Durch die Unterwerfung erreicht der Mensch schrittweise die Befreiung der seelischen Lasterhaftigkeit und findet damit den Frieden mit sich selbst und seiner Umwelt.

Welche Stellung hat Jesus (as) im Islam?

Muslime respektieren und verehren Jesus (Friede sei mit ihm). Sie betrachten ihn als einen der grössten Gesandten Gottes zu den Menschen. Der Quran bekrĂ€ftigt seine Geburt aus einer Jungfrau und ein Kapitel im Quran trĂ€gt die Überschrift „Maryam“ (Maria). Der Quran beschreibt Jesus‘ Geburt folgendermassen:

Damals sprachen die Engel: „Oh Maria, siehe, Gott erkĂŒndet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Gott) nahe stehen. Und reden wird er in der Wiege zu den Menschen und auch als Erwachsener, und er wird einer der Rechtschaffenen sein.“ Sie sagte: „Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berĂŒhrte?“ Er sprach: „Gott schafft ebenso, was Er will; wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: „Sei!“ und es ist.“ (Quran, 3:45-47)

Jesus wurde auf wunderbare Weise geboren – durch den Befehl Gottes, der auch Adam ohne einen Vater hervorgebracht hatte. Gott sagt:

Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: „Sei!“ und da war er. (Quran, 3:59)

WĂ€hrend seiner prophetischen Berufung vollbrachte Jesus viele Wunder. Gott berichtet uns, dass Jesus sagte:

„Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe fĂŒr euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Gottes Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den AussĂ€tzigen und mache die Toten mit Gottes Erlaubnis lebendig; und ich verkĂŒnde euch, was ihr esst und was ihr in euren HĂ€usern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen fĂŒr euch, wenn ihr glĂ€ubig seid.“ (Quran, 3:49)

Muslime glauben nicht, dass Jesus gekreuzigt wurde. Es war der Plan seiner Feinde, ihn zu kreuzigen, aber Gott errettete ihn und erhob ihn zu Sich. Ein anderer Mann sah Jesus Ă€hnlich. Jesus‘ Feinde ergriffen jenen Mann und kreuzigten ihn und dachten er sei Jesus. Gott sagt:

…sie sprachen: „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes getötet“, wĂ€hrend sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetĂ€uscht… (Quran, 4:157)

Muhammad (sas) und Jesus (as) kamen nicht, um die Grundlehre, den Glauben an einen Gott, die die frĂŒheren Propheten brachten, zu Ă€ndern, sondern um sie zu bekrĂ€ftigen und zu erneuern.

Was ist die Scharia?

Die Scharia ist das umfassende Gesetz des Islams, das primĂ€r von zwei Quellen abgeleitet wird: a) dem Quran und b) der Sunna, den Handlungen des Propheten Muhammad (sas). Sie umfasst alle Bereiche des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens – vom Kultus ĂŒber privatrechtliche Normen bis hin zum Völkerrecht. Das Ziel des islamischen Rechts ist der Schutz der Grundrechte des Menschen als Teil der umfassenderen Gemeinschaft, die Sicherung des inneren und Ă€usseren Friedens sowie die Herstellung von gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Dies schliesst das Recht auf Leben und Besitz, auf politische und religiöse Freiheit, sowie den Schutz der Rechte der Frau und von ethnischen oder religiösen Minderheiten mit ein.

Was sind die grundlegendsten gottesdienstlichen Pflichten eines Muslims?

Der Islam basiert auf fĂŒnf SĂ€ulen, aus denen sich die Pflichten ergeben. Diese sind:

1) Das Bezeugen (schahada), dass es nur Einen Gott gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist.
2) Das Gebet (salah), das fĂŒnfmal am Tag vorgeschrieben ist.
3) Das Fasten (siyam), welches im Monat Ramadan durchgefĂŒhrt wird.
4) Die Pflichtabgabe (zakat)
5) Die Pilgerfahrt nach Mekka (hadsch), welche jeder Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, mindestens einmal im Leben verrichten muss.

Alle SĂ€ulen dieses GlaubensgebĂ€udes sollten die gleiche Relevanz fĂŒr einen Muslim besitzen, um dem GebĂ€ude seine entsprechende Gestalt zu verleihen. Es ist widersprĂŒchlich, wenn jemand die Pilgerfahrt vollzieht, ohne dass er fastet oder die Gebete regelmĂ€ssig verrichtet. Stellen wir uns weiterhin ein GebĂ€ude vor, welches nur aus SĂ€ulen besteht. Man kann es kaum ein GebĂ€ude nennen. Dazu muss es auch ĂŒber ein Dach, WĂ€nde, TĂŒren und Fenster verfĂŒgen. Diesen Teil des GlaubensgebĂ€udes bildet im Islam das moralische Verhalten, das sich in Tugenden wie z.B. Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld und vielen anderen Eigenschaften Ă€ussert. Deshalb sollte ein Muslim nicht nur die fĂŒnf SĂ€ulen des Islams praktizieren, sondern auch stets bemĂŒht sein, seinen Charakter entsprechend weiterzuentwickeln.

Warum fastet ein Muslim?

Er möchte Allahs Wohlgefallen erlangen und erhofft sich dadurch eine grosse Belohnung. Der Monat Ramadan ist ein Monat der reumĂŒtigen RĂŒckkehr, der Einsicht und der Hoffnung auf Vergebung. Der Muslim wĂŒnscht sich durch sein Fasten eine Verbesserung seines spirituellen Zustandes und eine physische wie auch psychische Reinigung. Ramadan belebt auch das GemeinschaftsgefĂŒhl stark und lĂ€sst soziale Strukturen fester zusammenwachsen.

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