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Einleitung
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Liebe Abonnentinnen und Abonnenten des IZRS Newsletters, Assalaamu 'Aleikum wa rahmatullahi wa barakaatuhu
M. Gibril Zwicker
Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich in den vergangenen Monaten auf die Thematik des Hijabs angesprochen wurde. Nicht nur an Infoständen, sondern auch im Privaten. Diese Konfrontationen reichten von einfachen Stellungnahmen über geforderte Rechtfertigungen bis hin zu Anschuldigungen übelster Sorte. So bin ich in den Augen vieler eben nur ein weiterer rückständiger Frauenunterdrücker, dem es den Garaus zu machen gilt. Denn nach der Auffassung einiger meiner Diskussionspartner, ist es schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, dass eine Frau das Kopftuch, geschweige denn einen Schleier freiwillig trägt. «Die müssen ja dazu gezwungen worden sein!» So zumindest erreichten mich zahlreiche Aussagen hiesiger «Islamkenner». Und der bittere Nebengeschmack dieser Debatten ist der, dass viele dieser selbst ernannten Experten meine Aussagen und Argumente schlicht und ergreifend nicht akzeptieren. Warum? Weil ich doch derjenige bin, der die Frauen dazu zwinge und als Despot die Handlungen der Unterdrückten natürlich immer als freiwillig verkaufe. Somit ist die einzige Möglichkeit, solch verdrehten Weltanschauungen beizukommen, dass die «Unterdrückten» selbst das Wort ergreifen und den Hijab als ihre freie und freiheitsliebende Entscheidung postulieren. Doch solange öffentlichkeitstaugliche und vor allem willige Muslimas so rar gesät sind, dürfte sich eine andersartige Wahrnehmung der islamischen Frau nicht durchsetzen. Dabei überlassen sie volens nolens den selbsternannten Vertreterinnen «der schweigenden Mehrheit» mit ihren normativ nicht erklärbaren Ansichten die Bühne. In einer kürzlich ausgestrahlten Diskussionssendung des «Ersten Deutschen Fernsehens» nahmen gleich zwei Frauen teil, die sich als Muslimas bezeichneten. Auffällig auch hier: Keine von ihnen trug den Hijab. Was soll denn da bitte der durchschnittliche westlich sozialisierte Fernsehzuschauer denken? Daher ist mein Aufruf an alle Schwestern in unserer wundervollen Religion: Habt den Mut auch in der Öffentlichkeit zu eurer Entscheidung zu stehen und erklärt es den Menschen unermüdlich! Dies ist ganz allein eure Diskussion, eure Stellungnahme und eure Verantwortung. Zeigt der verwirrten Öffentlichkeit, dass ihr starke Frauen seid und dass ihr euch nicht unterdrücken lasst. Nicht von eurem Mann und genausowenig von einer öffentlichen Meinung. Und diejenigen Schwestern, die noch zu schwach sind, um Allahs Wort zu folgen, mögen gestärkt und dazu ermutigt werden.
Wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, Allah fürchtet und sich vor Ihm hütet, das sind die Erfolgreichen. (Surah 24 An-Nur 52)
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Bericht zum Schwimmunterricht inkl. Sauna
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Von F.S.

Vergangenen Samstagnachmittag trafen wir uns zum Schwimmen. Pünktlich erschienen die Schwestern mit ihren Kindern. Die Lokalitäten sind einfach von der Autobahn aus zu erreichen, somit auch ein Vorteil für diejenigen, die von ferner kommen. In dieser Zeit stehen uns die Einrichtungen exklusiv zur Verfügung. Dies beinhaltet ein grosses Schwimmbecken inkl. Spielmaterial wie Bälle, Matten, eine Sauna, grosse Garderoben und saubere Dusch- und Umkleidekabinen.
Da sich im Vorfeld einige Schwestern abgemeldet hatten, wussten wir, dass wir nicht ganz so zahlreich sein werden wie vorgesehen. Daraus ergab sich der Vorteil, dass wir uns besser auf den wichtigen Unterricht für die Kleinen konzentrieren konnten. Schliesslich lautet ein bekannter Ausspruch des Propheten (Friede und Segen auf ihm) lautet unter anderem: „Bringt euren Kindern das Schwimmen bei.“ Für den Schwimmunterricht sind zwei Frauen zuständig. Nach einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Themen „Schwimmen lernen“ und „Schwimmtechnik optimieren“ sind sie darauf spezialisiert, das Schwimmen Jung und Alt so einfach wie möglich beizubringen. Dies funktioniert in vier Schritten: atmen, schweben, gleiten und Widerstand erfahren. Davor versuchen wir den Anfängern wenn nötig individuell die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Das Ganze verläuft spielerisch, denn dies ist die einfachste Methode zu lernen. Für alle anderen ergibt sich die Möglichkeit, Längen zu schwimmen, an der eigenen Schwimmtechnik zu arbeiten oder auch einfach mit den Kindern im Wasser zu spielen. Jede ist frei, auf welche Art sie ihre Zeit ausnützt. Auch für Wettschwimmen bleibt genügend Zeit. Das Schwimmen findet nun in einer ersten Probephase bis Ende Jahr entsprechend den Angaben auf www.izrs.ch statt. Es sind noch einige Plätze frei. Die Weiterführung des Kurses hängt vom Interesse der Muslims ab. Wir freuen uns auf eure Teilnahme. |
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Newsletter 9/2010 |
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Evangelikale Christen demonstrierten für «Religionsfreiheit» - aber was für eine?
Von Abdel Azziz Qaasim Illi
Letzten Samstag demonstrierte auf dem Bundesplatz eine übersichtliche Gruppe von Anhängern christlicher Freikirchen für die Religionsfreiheit ihrer Glaubensgenossen in der islamischen Welt.

Auf den ersten Blick – ein legitimes Anliegen. Fast hätte man sich spontan entschliessen können, eine zirkulierende Petition vorbehaltlos zu unterschreiben. Der Islam in seiner normativen Ausprägung respektiert Christen und ihre Religionspraxis – daran gibt es keinen Zweifel. Missstände sind abwechslungsweise die Folge von bad governance, politischer Instrumentalisierung oder kulturellen Missverständnissen. Allerdings musste der Leitslogan «Religionsfreiheit für Christen» jeden andersgläubigen irritieren. Gerade nach Annahme der Anti-Minarett-Initiative hätte doch eine Verallgemeinerung dieser zentralen Sentenz nahegelegen.
Ein Blick auf die Organisatoren bestätigt alsbald die Zweifel. Initiantin war die CSI (Christian Solidarity International), die sich auf ihrer Webseite selbst gerne als eine «christliche Menschenrechtsbewegung für Religionsfreiheit und Menschenwürde» beschreibt. Die international tätige Organisation wurde 1977 vom evangelisch-pietistischen Schweizer Pfarrer Hansjürg Stückelberger gegründet, der nach wie vor als deren Vorsitzender waltet. Stückelberger ist kein Unbekannter. Einer breiteren Öffentlichkeit weilt der 73-jährige als strammer Befürworter des Minarett-Verbots noch in Erinnerung. Viele staunten nicht schlecht, als sie im Herbst 2009 einige Wochen vor der Abstimmung die A4 Hochglanz-Broschüre von «Zukunft CH» im Briefkasten fanden. Der Verein «Zukunft CH» verbreitet neben Stimmung gegen den Islam vor allem Werbung für «christliche Werte». Die entsprechend benötigten Finanzen für solche Aktionen fehlen dem Pfarrer keinesfalls. Der «Tages-Anzeiger» zeichnete in einem Hintergrundbericht Ende Januar 2008 die Machenschaften Stückelbergers detailliert nach. Demnach ist der CSI-Gründer bestens mit bekannten Grössen aus der islamophoben Szene vernetzt, darunter mit dem millionenschweren Rudolf Syz aus Liestal und dem «Pax Europa»-Gründer Udo Ulfkotte. Während Syz stolz zu seinen umfangreichen Donationen an «Pax Europa» und «Zukunft CH» steht, denkt Ulfkotte laut über eine Fusion mit Stückelbergers Verein nach. Aus «Pax Europa» würden dann jeweils nationale «Zukunfts»-Vereine ganz nach den strukturellen Vorgaben Stückelbergers.
Die Botschaft der Kundgebung von letztem Samstag erscheint vor dem Hintergrund dieser islamophoben Strukturen in einem gänzlich neuen Licht. Weil Muslime «unter dem Einfluss eines lügnerischen Geistes» stünden, bekämpft Stückelberger die für alle Religionen geltende Religionsfreiheit im eigenen Land mit Vehemenz und predigt einer Rechristianisierung der Gesellschaft unablässig das Wort. Seine zukünftige Schweiz ist eine, die auf «christlichen Werten» basiert, nicht-christlichen Glaubensbekenntnissen gegenüber intolerant auftritt und den «Genderwahn» in die Schranken weist.
Minarette widersprechen dem «Gastrecht»
Die CSI wurde bei der Organisation ihrer Kundgebung von einer «Arbeitsgruppe» der SEA (Schweizerisch Evangelische Allianz) unterstützt. Eigentlich sollte schon die enge Kooperation zwischen SEA und CSI Anlass zu weiteren Fragen geben, hätte die SEA ihre Haltung gegenüber den muslimischen Bürgern nicht bereits am 18.November 2009 offengelegt. Damals forderte sie von den Muslimen ein «Zeichen der Verständigung» und diktierte auch gleich die gewünschten Inhalte. Unter anderem sollten die Muslim-Verbände bekräftigen, dass Moscheen auch ohne Minarette «vollwertige Moscheen zur Ausübung des Glaubens» seien, dass Muslime grundsätzlich ihren Status als «Gastkultur» in der Schweiz hervorkehren sollten und mit Nachdruck darauf hinzuweisen sei, dass die Forderung nach Minaretten als öffentliche Symbole «den Werten der Gastfreundschaft» widerspreche.
Diesem Verständnis folgend, sind Muslime in der Schweiz lediglich zu Gast und haben zudem keinen Anspruch auf die staatsbürgerlichen Grundrechte, zu denen auch die Religions- und Kultusfreiheit zählt – bzw. sollen sich nicht der «Provokation» hingeben, jene aktiv einzufordern.
Welche Rolle spielte SP-Nationalrat Lumengo?
Stückelberger und die SEA können sich offenbar vorbehaltlos die Hand reichen, wenn es um die Ausgrenzung der muslimischen Minderheit geht. Viel fragwürdiger erscheint der Auftritt von Nationalrat Ricardo Lumengo, dem einstigen Aushängeschild der Berner Sozialdemokraten. Lumengo sprach sich im November 2009 noch deutlich gegen das Minarett-Vebot aus und kämpft zumindest auf seiner Homepage für mehr «soziale Gerechtigkeit» und noch expliziter für die Rechte der Ausländer. Ob dem SP-Nationalrat die hinter der Kundgebung liegende Ideologie schon vor seinem Auftritt bekannt war, sei dahin gestellt. Spätestens die aggressiv gegen den Moscheenbau zugespitzten Parolen auf den Transparenten einiger Teilnehmer hätten ihn verunsichern müssen.
Über Intoleranz zur christlichen Gesellschaft?
Religionsfreiheit im Sinne der CSI, SEA und wie sie sonst noch alle heissen meint jedenfalls eher ein auf das Christentum beschränktes oder negativ ausgedrückt, ein den Islam ausklammerndes Freiheitskonzept. Wie soll man sich die Doppelzüngigkeit eines Stückelbergers, der mit seiner «Zukunft CH» im eigenen Land die Religionsfreiheit aktiv bekämpft und sie mit der «CSI» im Ausland parallel dazu reklamiert denn sonst erklären?
Tagesschau Moderator Urs Gredig bemerkte einleitend zum Kurzbericht über die Kundgebung ganz treffend, dass es nicht nur Christen in der islamischen Welt, sondern auch Muslime im Westen als religiöse Minderheiten nicht gerade leicht hätten. Kein Wunder, wenn die Stückelbergers und Co. aktiv darum bemüht sind, religiöser Intoleranz zu gesellschaftlicher Anerkennung zu verhelfen. Dass sie dabei alleine dem Prinzip der Reziprozität folgen, also ausländische Missstände mit der Schaffung gleichartiger Missstände im Heimatland quittieren wollen, erscheint eher als peinlicher Rechfertigungsversuch. Die Gesellschaft entlang religiöser Gräben zu polarisieren ist wohl die wahrscheinlichere Programmatik dahinter. Vielleicht erhofft man sich in evangelikalen Kreisen, wie einst Luther in seinen Türkenpredigten, dass zunehmende Feindseligkeiten gegenüber dem Islamischen, die Rückbesinnung und verstärkte gesellschaftliche Sinnsuche im Christlichen evoziert.
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Akzeptanz – auch im öffentlichen Verkehr!
Von F.U.
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Ich habe mich beim Einsteigen in den Bus längstens daran gewöhnt den Fixierpunkt sämtlicher Blicke darzustellen. Auch über herablassende Kommentare frustrierter Mitfahrgäste kann ich mittlerweile gut hinweghören. Seit einiger Zeit muss ich jedoch über die Dreistigkeit einiger Buschauffeure beim öffentlichen Busunternehmen «Bernmobil» staunen. Seit ich mich dazu entschieden habe den Islam normativ zu praktizieren, sprich den Hijab und später auch den Gesichtsschleier anzuziehen, ist es mir öfters passiert, dass ich alleine wartend an der Bushaltestelle stand und der Bus, obschon Blickkontakt mit dem Chauffeur herrschte, einfach weitergefahren ist. Ich muss doch sehr bezweifeln, dass es an der Sehkraft der jeweiligen FahrerInnen liegen könnte, zumal diese getestet wird und ich wie gesagt nicht gerade unauffällig gekleidet bin. Daher lässt sich ring auf einen Zusammenhang mit der öffentlichen Debatte um den Islam schliessen. Die angeblich unterdrückte Frau wird paradoxerweise von der Gesellschaft ausgeschlossen, in diesem Fall vom öffentlichen Verkehr. Dem Service public steht es nicht zu, seine Kunden auszuwählen, solange diese sich an die gültigen Verordnungen halten. Man stelle sich vor, auch einer Touristin aus den Golfstaaten könnte die Mitfahrt verweigert werden. Welch eine gelungene Imagekampagne! Der Verdacht, dass dies nämlich keine Einzelfälle sind, bekräftigt die Erfahrung meines Mannes. An einem Abend im vergangenen Ramadan machte er sich auf den Weg in die Moschee zum Tarawiih-Gebet. Sonst meist westlich gekleidet, verliess er das Haus in einem langen weissen Gewand (Galabiya) und wartete auf den Bus. Die Freude über den pünktlich eintreffenden Bus verlog dann auch gleich, als ein kopfschüttelnder Chauffeur ohne anzuhalten weiterfuhr. Ein dritter Chauffeur beliess es nicht bei der Mitfahrverweigerung, sondern beschimpfte mich mit den Sprüchen: „Geh zurück in dein Land!“ und „Du hast hier nichts zu suchen!“ Diese Erniedrigungen möchte ich mir nun zumal als gebürtige Bernerin nicht länger gefallen lassen. Meiner Meinung nach ist schon ein verachtendes Kopfschütteln dreist genug. Deshalb wende ich mich nun mit einem Schreiben an Bernmobil und verlange eine klare Stellungnahme gegen solche Ausfälligkeiten.
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