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Einleitung
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Liebe Abonnentinnen und Abonnenten des IZRS Newsletters, Assalaamu 'Aleikum wa rahmatullahi wa barakaatuhu

Der März stand ganz im Zeichen unserers Bildungsseminas in Disentis/ Mustér. Aber auch zwei Vorstösse für Standesinitiativen gegen den Gesichtsschleier (Niqab) in Bern seitens Daniel Steiners, Grossrat EVP und in Solothurn seitens Christian Werner SVP erregten unsere Aufmerksamkeit. Daniel Steiner gelang übrigens letzten Sonntag die Wiederwahl. Der Könizer Gemeinderat verweigerte den ansässigen Muslimen ein eigenes Grabfeld mit dem Argument des Bedarfsmangels. Farhad Afshar (KIOS) bestreitet dies. Nur der gerichtliche Weg bringe die Muslime in der Grabfeldfrage weiter. Am 25.3. verurteilte der UNO-Menschenrechtsrat wie erwartet das Minarettverbot als "diskriminierend". Ausserdem fördere es Extremismus und führe zu einer gefährlichen Polarisierung. Am 30.3. debattierten Qaasim Illi und Oskar A.M. Bergamin für den IZRS im Club bei Christine Maier. |
Euer IZRS Team www.islamrat.ch | |
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Neu: Frauensport in Bern
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Einige muslimische Schwestern sind sportlich sehr aktiv oder wollen sich einfach nur fit halten. Daher stellte sich immer wieder die Frage in welchem Rahmen dies möglich ist. Nun bieten zwei Muslimas, welche jahrelang Spitzensport gemacht haben, ein Frauensportprogramm an. Dies soll regelmässig jeden Mittwoch Abend in einer Turnhalle in Wabern (Bern) stattfinden. Die Halle ist von aussen nicht einsehbar. Das Sportprogramm besteht aus mehreren Sportarten, wie z.B. Fussball, Unihockey, Krafttraining. Dies wird abwechslungsweise angeboten. Das genaue Programm und weiter Informationen zur Anmeldung findet ihr --> hier.
Wir würden uns freuen, wenn auch in anderen Ortschaften ein Frauensport angeboten würde. Falls eine Schwester interessiert ist dieses Projekt in ihrer Gemeinde zu lancieren, soll sie sich melden unter: |
| daniela.rickli@izrs.ch | |
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Newsletter 3/2010 |
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Islamseminar Disentis – Rückblick
Von Muhammad Gibril Zwicker
Am letzten Wochenende des Monats März dieses Jahres versammelten sich rund 260 Seminarteilnehmerinnen und Teilnehmer in Disentis im Kanton Graubünden um den Ausführungen der diversen Referenten zu lauschen und sich auch untereinander auszutauschen.
Nachdem der Startschuss des Seminars am Freitagabend witterungsbedingt um ca. eine Stunde verschoben wurde, erfolgte die Begrüssung der Gäste umso herzlicher. Und noch am selben Abend begann Sheikh Abu Anas mit der ersten Hälfte seines Vortrags: „Dein Haus ist dir anvertraut“, welcher sehr praxisorientiert war und die teilnehmenden Muslime an ihre familiären Pflichten erinnerte und ihnen wichtige Grundlagen im Umgang mit der Familie aufzeigte. Dieses Thema, welches von der ursprünglich geplanten Thematik abwich, wurde von Abu Anas aus dem Grund gewählt, da ihm im Vorfeld von der CH-Presse die Aufforderung zum schlechten Umgang mit Frauen vorgeworfen wurde und er somit jegliche Vorurteile im Beisein zahlreicher Pressevertreter ausräumen konnte. Leider scheiterte die Teilnahme des geplanten Referenten, Abu Jibriel, welcher wie Abu Anas ebenfalls aus der BRD stammt, aus gesundheitlichen Gründen.
Zwischen den Vorträgen wurden Pausen eingelegt, in welchen die Besucher aus der ganzen Schweiz die Möglichkeit wahrnahmen, sich auszutauschen und zu verpflegen. Hierzu muss noch gesagt werden, dass trotz der geringen Kursgebühr das Essen überaus schmackhaft und in genügender Menge vorhanden war, an dieser Stelle ein Kompliment an den Küchenchef! Am nächsten Tag sollten nicht nur die geschätzten Journalisten, sondern auch alle anderen Seminarteilnehmer eine schöne Überraschung erleben (schön auf alle Fälle für die Teilnehmer), als bekannt gegeben wurde, dass der Prediger Abu Hamza alias Pierre Vogel auf dem Weg zur Veranstaltung sei. Nachdem er eingetroffen war und sich auf die Bühne begeben hatte, musste er sich, wie Abu Anas vor ihm, erst einmal mit einigen ungerechtfertigten Vorwürfen aus der Presse befassen und diesen den Wind aus den Segeln nehmen. Doch sofort im Anschluss daran, begann er mit islamisch relevanten Vorträgen, welche sich mit Themen wie z.B. dem Tauhid beschäftigten.
Zur Auflockerung und um die Zusammengehörigkeit zu stärken wurde am Samstagnachmittag ein freundschaftliches Fussballspiel unter den Teilnehmern ausgetragen. Und schnell, leider viel zu schnell, kam auch schon das Ende des Seminars, in dem viel gelernt, gelacht und neue Freundschaften geschlossen wurden. Schön war es und lehrreich. Möge Allah (s.w.t.) uns bald wieder zusammenführen, auf dass die Umma den Zusammenhalt erlebt, wie er unter Glaubensbrüdern und –Schwestern sein sollte und wie er an diesem Wochenende spürbar war und gelebt wurde. Amin.
Viele der Referate sind bereits online! --> IZRS Youtube Channel |
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Über den „Club“ vom 30.3.2010
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Der Club ist neben der Arena fraglos ein wichtiges Sendeformat für sozio-politische Fragen in der Schweiz. Unter professioneller Moderation diskutierten letzen Dienstag Qaasim Illi, Oskar Assadullah Bergamin, Dumeni Columberg, Andreas Wieland, Wilfried Gasser und Saida Keller-Messahli über den neu gegründeten IZRS und seine Ideen.
Frau Keller-Messahli, die einen sogenannt fortschrittlichen Islam vertritt und von einer Moschee träumt, in der alles anders wäre: „eine Moschee im Zeichen der Gleichberechtigung, der unverhüllten Geschlechter und der Solidarität auch mit Atheisten, Agnostikern, Andersgläubigen, Homosexuellen“ nutzte die Diskussionsrunde, um die Vertreter des IZRS als „Wahhabiten“ zu diffamieren und ihnen ein systeminkonsistentes Denken – zumindest auf einer „Metaebene“ zu unterstellen. Unter Referenz auf den ägyptischen Freidenker Nasr Hamid Abu Zaid, der in seiner Heimat als stark umstritten bis verhasst gilt, negierte Keller das Dogma des verbalinspirativen Charakters des Qur’an. Vielmehr sei er als historischer Text aus dem 7. Jh. zu lesen, den man frei wie jeden anderen Text interpretieren könne. Sie mass damit einer marginalen Minderheitsmeinung, die N.B. von keinem namhaften islamischen Theologen vertreten wird, eine so nicht existierende Bedeutung zu und suggerierte eine „grosse innerislamische Debatte“ über Fragen rund um die Niederschrift des quranischen Texts, die es in dieser Form sicherlich nicht gibt.
Qaasim Illi führte zu Beginn der Sendung vor, wie eine Frau gemäss islamischer Normativität zu schlagen sei: gar nicht. Denn der Prophet Muhammad (sws), der allen praktizierenden Muslimen als Vorbild dienen sollte, schlug keine seiner 13 Ehefrauen. In der islamischen Jurisprudenz gibt es eine Überlieferung, wonach der Student ‘Ataa‘ seinen Lehrmeister Ibn ‘Abbas fragte, was es denn heisse, eine Frau zu schlagen, ohne Schmerzen zu verursachen. Letzterer antwortete: Gemeint sei ein leichtes Stupfen mit dem Siwaak (Kleines Ästlein zum Zähneputzen). Frau Keller kehrte indes die Kausalität um: Die islamische Normativität sei für das Schlagen der Frau in arabischen Kontexten verantwortlich. Prügelnde Ehemänner würden sich eben gerade auf den Buchstaben berufen, so Keller. Dass Schlagen in gewissen kulturellen Kontexten ein über alle religiösen Gemeinschaften hinweg reichendes Phänomen ist, welches beim Staat mit der systematischen Geständnisfolter beginnt und sich über die Ehe bis zur Eltern-Kinderbeziehung wie ein roter Faden durchzieht, spricht eher gegen eine determinierende Funktion der Normativität.
Die Sendung zeigte aber auch auf, welchen Vorwürfen Schweizer Muslime ausgesetzt sind. Gasser zitierte eine Passage aus einem Pamphlet Muhammad Akefs, des ehemaligen Führers der ägyptischen Muslimbruderschaft, wo es hiess, dass der Jihad als Mittel zur Etablierung von Herrschaft eingesetzt werde und der Westen unter dem Druck des Jihads zusammenbreche. Indem er die Vertreter des Zentralrats quasi um eine Stellungnahme bat, implizierte er, dass sich auch Schweizer Muslime von Akefs Ansichten angesprochen fühlen könnten, ja dass unser systemtheoretische Ansatz nur solange Gültigkeit habe, bis die Muslime eine Mehrheit bildeten. Assadullah Oskar Bergamin entgegnete Gasser schliesslich mit der Frage, ob er sich denn vor einer Minderheit (4-5%) fürchte. Es gehe wohl noch lange nicht um die Frage der Neuverhandlung von Herrschaft, sondern vielmehr um die Durchsetzung der Kultusfreiheit.
Ein wichtiges muslimisches Anliegen sind islamische Schulen. Qaasim Illi präzisierte, was damit aus Sicht des Zentralrats gemeint ist. So gehe es letztlich darum Schulen nach dem Schweizer Modell aufzubauen, die allerdings nebst dem allgemeinverbindlichen Lehrplan auch noch die Fächer Arabisch und Religionsunterricht beinhalten. Ausserdem soll eine solche Schule die Möglichkeit bieten, islamisch-normative Glaubenspraxis mit der gesellschaftlichen Realität in Einklang zu bringen. Konkret heisst das: Raus aus den berüchtigten Hinterhöfen, weg von halbgebildeten Imamen und Fantasten, hin zu einer transparenten, teil-öffentlichen Islamschule mit anerkannten, gleichwertigen Abschlüssen – vergleichbar mit jüdischen und katholischen Schulen.
Ganze Sendung --> hier anschauen.
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