Ägyptischer Alltag: Polizisten prügeln in Kairo auf Demonstranten ein
Ägyptischer Alltag: Polizisten prügeln in Kairo auf Demonstranten ein

Mit grosser Sorge beobachtet der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) die Entwicklung der Sicherheitslage in Ägypten. Verschiedene Indikatoren deuten auf eine weitere Zunahme der Gewalt hin. Der IZRS rät von nicht unbedingt notwendigen Reisen bis auf weiteres ab.

(fs) Seit dem gewaltsamen Sturz Präsident Muhammad Mursis herrscht in Ägypten anhaltendes politisches Chaos. Anhänger Mursis sowie linke und liberale Oppositionelle sind starken staatlichen Repressionen ausgesetzt. Die Pressefreiheit wurde beschränkt und verfassungsmässige Rechte können wegen der Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit nicht mehr eingeklagt werden. Friedlichem politischem Dissens wird im heutigen Ägypten keinen Raum mehr gewährt. Teilnahme an einer Protestkundgebung kann mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

Diese völlige Eindämmung des friedlichen Dissens‘ hat in jüngster Zeit zur Folge, dass innerhalb der Opposition die Gewaltbereitschaft zunimmt und verschiedene Gruppen zunehmend nach bewaffnetem Widerstand gegen die aus ihrer Sicht illegitime Militärjunta rufen. Die bekannteste jener bewaffneten Gruppierungen ist die aus dem Sinai operierende «Ansar Bayt al Maqdis», welche sich seit vergangenem Juli zu diversen Anschlägen gegen ägyptische Sicherheitskräfte bekannt hat.

Der Anschlag auf einen Touristenbus in Taba vom 16.2.2014 markiert derweil eine weitere Eskalation. Bisher richteten sich Anschläge ausschliesslich gegen den Sicherheitsapparat. Offenbar besteht nun aber innerhalb der bewaffneten Opposition das Ziel, den Tourismus wie einst in den 90er Jahren anzugreifen, um dadurch eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates zu torpedieren. Leidtragende sind die Touristen, die mit den inneren Unruhen in Ägypten nichts zu tun haben und lediglich ein paar unbeschwerte Tage am Roten Meer verbringen möchten.

Im Vorfeld der kommenden Präsidentschaftswahlen, bei denen der umstrittene Putschistengeneral Abdel Fatah as-Sisi als Favorit gehandelt wird, ist mit einer weiteren Zunahme der Gewalt zu rechnen. Der Islamische Zentralrat rät daher von allen nicht dringend notwendigen Reisen nach Ägypten ab.

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