Tessin: Gesetz tritt erst 2016 in Kraft
Tessin: Gesetz tritt erst 2016 in Kraft

NZZ – Die Tessiner haben sich 2013 für ein Verhüllungsverbot ausgesprochen. Dieses betrifft auch muslimische Touristinnen, die zur regionalen Wertschöpfung beitragen – die Hoteliers sind daher besorgt.

Der Ramadan ist Mitte Juli zu Ende gegangen. Seither sind auch im Tessin wieder verschleierte muslimische Touristinnen zu sehen. Dies vor allem in Luganos Luxus-Einkaufsmeile Via Nassa und im Outlet-Center Foxtown in Mendrisio. Anderswo treten Frauen mit Nikab oder gar Burka eigentlich nicht in Erscheinung. Denn die im Südkanton dauerhaft ansässigen Musliminnen tragen in der Öffentlichkeit keine Gesichtsschleier.

Aber dürfen die Touristinnen im Tessin noch ihr Gesicht verhüllen, fragen sich erstaunt viele Einheimische. Denn 65,4 Prozent der Tessiner hiessen 2013 ein Vermummungsverbot im öffentlichen Raum gut. Es soll in der Kantonsverfassung verankert sein und den Zusatz enthalten, dass keine Person wegen ihres Geschlechts das Gesicht verhüllen muss. Damit zielt dieses Verbot genauso stark auf verschleierte Frauen wie auf randalierende Hooligans ab.

Klientel, die gerne einkauft

Die Antwort auf die Frage der erstaunten Passanten ist einfach: Der Gesetzesartikel ist noch in Ausarbeitung. Im September werde mit weiteren Anhörungen und der Erstellung eines Berichtes fortgefahren, erklärt Andrea Giudici. Der FDP-Grossrat ist Präsident der zuständigen Rechtskommission und kann noch nicht sagen, wann der neue Gesetzesartikel in Kraft tritt. Giudici geht davon aus, dass sich die Kantonsparlamentarier spätestens im Frühling 2016 über den ausgearbeiteten Entwurf beugen. …


Artikel-Link: https://www.nzz.ch/schweiz/die-schleier-fallen-erst-im-naechsten-jahr-1.18599219

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