1. Ramadan 1436 fällt auf Do. 18.06.2015
1. Ramadan 1436 fällt auf Do. 18.06.2015

Ramadan beginnt am Donnerstag, 18. Juni 2015 in shaa‘ Allah. Die Mondsichel konnte heute Abend weder in Südostasien noch über der arabischen Halbinsel oder in Europa gesichtet werden. Eine geostationäre Sichtung ist heute aus astronomischer Sicht auch gar nicht möglich. Der Islamische Zentralrat beglückwünscht alle Muslime zum Ramadan 1436.

Kommuniqué 16062015-0114

Bern/Kairo/Mekka, 29. Sha’ban 1436 / 16.06.2014

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) bestätigt den Beginn des Heiligen Monats Ramadan für Donnerstag den 18.06.2014. Da heute die Sichtung der Mondsichel «Hilal» weder in Südostasien noch über der arabischen Halbinsel erfolgte und auch über Europa nicht möglich ist, beginnt der Ramadan erst am Donnerstag. Auch die meisten Muslime in der Schweiz werden am Donnerstag, 18. Juni den ersten Fastentag begehen. Morgen Mittwoch ist der 30. Sha’ban. Weil der lunare Monat maximal 30 Tage aufweisen kann, muss am Donnerstag unabhängig von der Mondsichtbarkeit der 1. Ramadan beginnen.

Bereits zum vierten Mal wurde ein Komitee eingesetzt, um den Beginn des Ramadans für möglichst alle in der Schweiz lebenden Muslime einheitlich und in Einklang mit der Mehrheit der muslimischen Länder zu empfehlen. Dennoch dürfte es auch in diesem Jahr bei einigen traditionalen Gemeinschaften zu Abweichungen kommen, da sie es weiterhin bevorzugen, sich nach den obrigkeitlichen Weisungen ihrer Herkunftsländer zu orientieren, welche anstatt auf die Mondsichtung methodisch auf die rein mathematische Kalkulation setzen.

Lange Fastenzeit

Für viele jüngere Muslime und Musliminnen ist dieser Ramadan eine spezielle Herausforderung. Da sich die islamische Zeitrechnung nach dem lunaren Kalender (Mond-Monat) richtet, verschiebt sich der Beginn des Ramadans jedes Jahr um ca. 11 Tage nach vorne und damit im Moment immer weiter in den Frühsommer hinein, wobei die Fastentage länger und die Temperaturen höher werden. Dennoch ist es prinzipiell für alle Muslime Pflicht, die Gebets- und Fastenzeiten korrekt einzuhalten. (Vgl. Fatwa vom 16.06.2015 zu den Gebetszeiten und der Fastenpflicht).

Muslime in Mitteleuropa werden folglich am Donnerstag um ca. 03:00 Uhr aufstehen, um die Vorfastenmalzeit «Sahur» einzunehmen. Ab ca. 03.45 Uhr darf dann bis um ca. 21.30 Uhr nicht mehr gegessen, getrunken oder geraucht werden. Auch auf sexuellen Umgang sowie auf die Einnahme aller nicht durch ärztliche Indikation für zwingend notwendig erklärten Medikamente muss tagsüber verzichtet werden.

Korrigierte Gebetszeiten

2014 hat der Islamische Zentralrat für die Schweiz die Zeiten des Morgengebets neu festgelegt. Grundlage bietet eine theoretische Abhandlung über die Morgendämmerung sowie empirische Beobachtungen im Vorfeld des Ramadans. Das Ramadan-Watch-Komitee kam zum Schluss, dass viele der international gängigen Berechnungsmethoden zu fehlerhaften Gebetszeiten für die Schweiz führen.

-> Aktuelle Ramadan-Gebetskalender für die Schweiz gibt es hier.

Appell an Lehrer und Arbeitgeber

Wenn lange Fastentage und ein langer Arbeits- oder Schulalltag zusammenfallen, kann es in vielen Fällen sein, dass sich die körperliche Leistungsfähigkeit verringert. Der Islamische Zentralrat appelliert an die Arbeitsgeber und Lehrerschaft, im Umgang mit Fastenden so flexibel wie möglich zu handeln. Dies betrifft vor allem auf Wunsch die vorübergehende Dispensierung vom Sport.

Ausnahmen

Ausgenommen von der Fastenpflicht sind Kinder, die die Pubertät noch nicht erreicht haben, Kranke und Reisende. Ausserdem können Alte und Schwangere unter der Bedingung, dass ihre Gesundheit negativ beeinträchtigt würde, das Fasten auf einen späteren, günstigeren Zeitpunkt z.B. im Winter verschieben.

Ramadan als Monat der Einkehr und Rückkehr

Ramadan bedeutet für Muslime aber nicht nur Enthaltsamkeit. Der Monat zeichnet sich vielmehr als potentiell moralischer Antrieb vieler Gläubigen aus. So glauben Muslime, dass während der Dauer dieses Monats die Teufel und Dämonen in Ketten gelegt und die Tore des Himmels geöffnet werden. Es ist die Zeit der langen Tarawiih-Nachtgebete, die jeweils nach dem regulären ‚Isha-Nachtgebet in den grösseren Moscheen gemeinschaftlich verrichtet werden. Muslime sind zudem angehalten vermehrt den Heiligen Qur’an zu lesen, zu spenden und andere gute Taten zu tun.

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