Polizeieinsatz in St. Gallen
Polizeieinsatz in St. Gallen

Die Schiesserei in der St. Galler Moschee El Hidaje im Stadtteil Winkeln, welche heute kurz nach dem Freitagsgebet verübt wurde, hat definitiv keinen politischen Hintergrund. Es handelt sich um eine Familienfehde. Der Islamische Zentralrat ist beschämt ob dieser inakzeptablen Tat.

Kommuniqué 22082014-0094

Der Täter soll gemäss Angaben des Vorsitzenden der Moschee eine sogenannte Blutrache ausgeführt haben. Demnach kam es bereits vor 18 Jahren zwischen den zwei involvierten albanischen Familien zu einer Gewalttat, welche mit der Attacke heute Nachmittag offenbar gerächt worden sein soll.

Demnach suchte sich der Täter die Moschee aus rein praktischen Gründen als Tatort aus. Offenbar wusste er, dass das Opfer am Freitag zur Predigt erscheinen würde. Die Tat hat keinerlei politischen oder religiösen Hintergrund.

Blutrache kein islamisches Konzept

Die Blutrache ist ein uralter Brauch, bei dem sich einer für den Tod eines Familienangehörigen in einem Akt der Selbstjustiz an einem Mitglied der Gegnerfamilie rächt. Dabei spielen weder Landesgesetze noch die Kausalität von Tat und Schuld eine Rolle. Sie tritt vereinzelt immer noch unter Migranten etwa aus dem Balkan auf. Der Islam jedoch verbietet diese Form der Blutrache klar und deutlich. Muslime dürfen keine Selbstjustiz üben. Die Bestrafung von Tätern ist Aufgabe der staatlichen Hoheitsträger.

Der Islamische Zentralrat ist beschämt ob dieser völlig inakzeptablen Bluttat. Insbesondere der Umstand, dass sie in einer Moschee ausgeführt wurde, zeugt von einem besonderen Mass an Ignoranz seitens der Täterschaft und dürfte einmal mehr in unglücklicherweise ein negatives Licht auf den Islam und die Muslime in der Schweizer Öffentlichkeit werfen.

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