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DĂŒrfen Muslime Silvester feiern?

Frage: DĂŒrfen Muslime Silvester feiern?

Antwort: Mit dieser Feier wird das Jahresende bzw. der Beginn des neuen Jahres im gregorianischen Kalender gefeiert. Die Benennung des Abends geht nach dem Heiligenkalender der katholischen Kirche zum Gedenken an den Todestag des heiliggesprochenen Papstes Silvester I. Die Verlegung des Jahresendes vom 24. auf den 31. Dezember erfolgte wĂ€hrend der Kalenderreform im Jahr 1582. Das Fest wurzelt jedoch schon in der römischen, vorchristlichen Tradition und wurde in die christliche Tradition integriert. Mit der Feier sollten in vorchristlichen Zeiten böse Geister vertrieben und das Gute des Jahres beschworen werden. Ähnliches ging schliesslich in die christlichen Traditionen ĂŒber. Gottesdienste wurden und werden teilweise auch heute noch in vorwiegend katholischen Kirchen angeboten.

Mittlerweile ist diese Feier, wie auch Weihnachten, zu einem gesellschaftlichen Brauch der westlichen Kultur geworden, der nicht mehr viel mit religiösen Gedenken zu tun hat. Die Abstrahierung des Festes und Kommerzialisierung durch die marktwirtschaftliche Suprematie des Westens hat zu einer weltweiten Verbreitung des Festes gefĂŒhrt. Es ist und bleibt allerdings ein identitĂ€res Merkmal westlicher Kultur und ihrer Gepflogenheiten, welche in einem völlig anderen System und Lebensweise wurzeln als der Islam.

Einerseits anerkennt die islamische Tradition den Mondkalender und nicht den gregorianischen Jahreskalender. Schon alleine aus terminlichen GrĂŒnden wĂŒrde die Nachahmung dieser Feier keinen Sinn ergeben.

Andererseits kennt der Islam in seinem Ursprung keine Feier fĂŒr das Ende oder den Beginn des Jahres.

Zum einen ist der religiöse oder eben gar «heidnische» Ursprungscharakter dieser Feier problematisch. Wird es als kultische Praxis interpretiert, so verwirft der Islam alle Kultushandlungen als verbotene und verpönte Innovationen (bida’), die nicht auf der islamischen Tradition beruhen und fĂŒr welche Allah (swt) in Seinen Worten oder die Tradition des Gesandten Muhammad (saws) keine Grundlage gelegt hat.

Der Gesandte (saws) sagte: «Das beste Wort ist das Wort Allahs und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads, das Übelste sind Neuerfindungen (im Glauben und Kultushandlungen), denn jede Innovation dieser Natur ist ein Irrweg.» (Sahih Muslim 867)

Zum anderen beruht die Lebensweise des Muslims auf einer offenbarten Grundlage fĂŒr eine Gesellschaftsordnung und einem Normensystem. Entlang dieser Grundlagen bildet sich die islamische IdentitĂ€t, welche den Muslim ausmacht und vom Ablehnenden der islamischen Botschaft (kĂąfir) unterscheidet. Der Muslim wird von Allah angewiesen dies hochzuhalten und sich nur danach zu richten.

Allah (swt) sagt: «Folgt dem, was zu euch von eurem Herrn herabgesandt worden ist, und folgt ausser Ihm keinen anderen Schutzherren! Wie wenig ihr doch bedenkt!» (7:3)

Allah (swt) sagt: «Darauf haben wir dich auf ein Normensystem (Gesetz, Regelwerk) in der Angelegenheit (des Islams) festgelegt. So folge ihm und folge nicht den Neigungen derjenigen, die nicht Bescheid wissen.» (45:18)

Daraufhin stellt Allah (swt) auch eine rhetorische Frage in seiner Offenbarung, die verdeutlicht, dass der Muslim sich in diesen Fragen nur nach der festgelegten Norm richten darf: «Haben sie denn etwa Teilhaber (neben Allah), die ihnen von der Lebenweise/Ordnung/(Religion) festgelegt haben, was Allah ihnen nicht erlaubt hat? (
) Und gewiss, fĂŒr die Ungerechten wird es schmerzhafte Strafe geben.» (42:21)

Der Gesandte (saws) kommentierte diese neuen, nicht aus der islamischen NormativitÀt entspringenden Handlungen abwertend: «Wer eine Tat begeht, die von uns nicht auferlegt wurde, der wird abgelehnt/ dessen Tat wird abgelehnt.» (Bukhùri und Muslim)

Der Islam kennt im Wesentlichen zwei Feste, welche aus der NormativitĂ€t von allen Muslimen anerkannt werden. Das Fest des Fastenbrechens und das Opferfest sind fester Bestandteil des Islam und prĂ€gen die islamische IdentitĂ€t. Damit diese beiden Feste nicht von anderen abgelöst oder abgeschwĂ€cht werden, untersagt die islamische NormativitĂ€t das EinfĂŒhren von Festen, die keinerlei Grundlage im Islam haben.

Des Weiteren ist die Frage der IdentitÀt bei dieser Angelegenheit keinesfalls auszublenden. Es gibt ein konsenskrÀftiges Verbot, die Nichtmuslime in ihren spezifischen und sie auszeichnenden BrÀuchen und Gepflogenheit nachzuahmen.

Dieses ist aus den entsprechend warnenden Aussagen des Gesandten (saws) erwachsen: «Ihr werdet wahrscheinlich die Traditionen jener nachahmen, die vor euch da waren, ArmlĂ€nge um ArmlĂ€nge, Elle um Elle, HandlĂ€nge um HandlĂ€nge, selbst wenn sie euch in das Loch einer Eidechse fĂŒhren, werdet ihr folgen!» – so fragten die GefĂ€hrten: « Oh Gesandter Allahs meinst du damit die Juden und die Christen?» – er antwortete: «Wen sonst?» (Ibn MĂądja, 3994)

Zudem sagte der Gesandte (saws) auch: «Diejenigen, die ein Volk imitieren, gehören zu ihnen.» (Abu Dawûd 4031)

Fazit

Aus den vorhergegangenen ErklĂ€rungen ist zu verstehen, dass das Feiern des Silvesters, wie auch das Feiern von Weihnachten oder Geburtstagen, Merkmale und Kennzeichen der westlichen Kulturen sind, die ursprĂŒnglich teilweise gar von christlichem Hintergrund geprĂ€gt wurden. Sie zeichnen die westliche IdentitĂ€t aus. Der Muslim hat eine eigene IdentitĂ€t, die auf den Grundlagen der islamischen NormativitĂ€t beruht und ihm das Nachahmen einer nicht-islamischen IdentitĂ€t untersagt. Aus diesen GrĂŒnden ist das Feiern von Silvester fĂŒr Muslime nicht erlaubt.

Wa Allahu a’alam

Selam aleikoum wa rahmatUllah

MSA-Muslim Scholars Association

Q&A/ Fatwa and Research

Feiern Muslime Geburtstag?

Die Feier des Geburtstages ist keine islamische Tradition. Es gibt keine Grundlage in der islamischen NormativitÀt, welche das Feiern des Geburtstages vorsieht und daher geht ein breiter Konsens der Gelehrten von einer Innovation und dem verbotenen Nachahmen nicht-islamischer Handlungen aus. Anstatt seinen eigenen Geburtstag zu feiern, gedenkt der Muslim seinem Schöpfer und dankt, dass Er ihn erschaffen und mit Gesundheit beschenkt hat.

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