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Ehe

Warum dĂŒrfen Frauen nicht mehrere MĂ€nner heiraten?

Der Islam ist die Religion, welche sich nach der natĂŒrlichen Veranlagung des Menschen richtet. Der Umstand, dass eine Frau mehrere MĂ€nner heiratet ist generell eine seltene Praxis. Daher kann man davon ausgehen, dass es nicht der Natur der Frau entspricht, gleichzeitig mit mehreren MĂ€nnern verheiratet zu sein.

Im Islam ist der Mann als Oberhaupt der Familie verpflichtet fĂŒr seine Kinder zu sorgen. Bei einer Ehe zwischen einer Frau und mehreren MĂ€nnern, besteht die Gefahr, dass die Vaterschaft nicht eindeutig nachgewiesen werden kann. Außerdem ist es nicht praktikabel, dass mehrere MĂ€nner als Familienoberhaupt fungieren.

BefĂŒrwortet der Islam die Zwangsheirat?

Aus den normativen Quelltexten ergibt sich nach einer kurzen Analyse, dass eine Zwangsheirat im Islam nicht erst in der Moderne in Verruf geraten ist, sondern schon seit jeher aktiv verboten wird. Folgende Überlieferungen aus der Prophetentradition machen dies eindeutig:

Buraida sagte, dass eine junge Frau zum Propheten kam und sagte: „Mein Vater verheiratete mich mit dem Sohn seines Bruders, um sein Ansehen unter den Leuten zu erhöhen.“ Der Prophet machte darauf die GĂŒltigkeit der Ehe von ihrer Entscheidung abhĂ€ngig. Daraufhin sagte die junge Frau: „Ich akzeptiere und befĂŒrworte die Entscheidung meines Vaters, doch ich wollte den Frauen nur beweisen, dass VĂ€ter in dieser Sache keinen Zwang ausĂŒben können.“ (Überliefert in Ibn Majah, und Imam Ahmad and Al-Nasa’i)

HansĂą Bint HidĂąm Al-AnsĂąriyya berichtet, dass sie als verwitwete Frau von ihrem Vater wiederverheiratet wurde, und dass sie damit nicht einverstanden war. Sie begab sich deshalb zum Gesandten Allahs, und er machte ihre Ehe rĂŒckgĂ€ngig. (AuszĂŒge aus Sahih Al-Buchari, Hadith Nr. 5138)

Sind intime Beziehungen ausserhalb einer Ehe erlaubt?

Der Islam lehnt aussereheliche intime Beziehungen zwischen den Geschlechtern ab. Er fördert die Ehe, die als Schutz vor solchen Versuchungen und als Mittel zur gegenseitigen Liebe, Barmherzigkeit und Frieden dient.

Darf eine Muslima einen Nicht-Muslimen heiraten?

Ehe und Familie sind im Islam besonders geschĂŒtzt, weil sie als kleinste Einheiten der Gesellschaft das Fortbestehen der Gemeinschaft sichern. Eine funktionierende Ehe bedarf einer Lebensgrundlage und Lebenseinstellung, die beiden Partnern gemeinsam ist. Deshalb ist eine Ehe zwischen muslimischen Partnern in jedem Fall vorzuziehen. Aus einer Beziehung zwischen andersglĂ€ubigen Partnern mit unterschiedlichen Weltanschauungen können Schwierigkeiten entstehen, wie z.Bsp. bei der Frage einer religiösen Kindererziehung. Auch kann ein nichtmuslimischer Ehemann seine Frau z.Bsp. in der ReligionsausĂŒbung einschrĂ€nken. Daher darf eine muslimische Frau keinen Angehörigen einer anderen Religion heiraten (Koran 2:221).

Wie ist die Stellung der Familie im Islam?

Die Familie, die die Basiseinheit der Zivilisation darstellt, zerfĂ€llt heutzutage. Das islamische Familiensystem bringt die Rechte von Ehemann, Frau, Kindern und Verwandten in ein feines Gleichgewicht. Es unterstĂŒtzt selbstloses Benehmen, GrosszĂŒgigkeit und Liebe im Rahmen eines gut organisierten Familiensystems. Der Friede und die Sicherheit, die eine stabile Familieneinheit bieten, sind von beachtlichem Wert, und sie sind unabkömmlich fĂŒr das geistige Heranwachsen der Mitglieder. Eine harmonische Gesellschaftsordnung wird durch die Existenz ausgedehnter Familien und behĂŒteter Kinder geschaffen.

Kennt der Islam eine Art des Zölibats?

Der Islam kennt kein Zölibat, er verbietet es sogar. Die sexuellen Triebe sind natĂŒrlich und haben ihren Platz im menschlichen Leben. Daher befĂŒrwortet der Islam die Ehe und motiviert dazu. Der Islam sucht nach dem Gleichgewicht in allen Angelegenheiten, dazu diese Überlieferung:

Anas ibn Malik (raa) berichtete:

“Eine Gruppe von drei MĂ€nnern suchte die Wohnungen der Frauen des Propheten auf, um sich ĂŒber die Frömmigkeit des Propheten zu erkundigen. Als sie davon Kenntnis nahmen, machten sie den Eindruck, als ob sie derartige Praxis fĂŒr gering schĂ€tzten. Sie sagten dann: „Wer sind wir gegenĂŒber dem Propheten? Ihm ist doch jede vergangene und kĂŒnftige Schuld vergeben worden.“ Einer von ihnen sagte: „Was mich aber angeht, so verbringe ich die ganze Nacht im Gebet.“ Ein anderer berichtet: „Ich aber faste die ganze Zeit und breche nicht mein Fasten.“ Der dritte sagte: „Ich enthalte mich aber der Frauen und werde niemals heiraten.“ Der Gesandte Allahs kam hinzu und sagte: „Seid ihr diejenigen, die dies und jenes gesagt haben? Was mich wirklich angeht, so bin ich bei Allah unter euch derjenige, der Allah am meisten fĂŒrchtet und Ihm gegenĂŒber am frömmsten ist. Dennoch faste ich und breche ich mein Fasten, bete und gehe ich schlafen und heirate die Frauen. Wer sich von diesem meinem Weg (Sunnah) abwendet, der gehört nicht zu mir.” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.4776)

Ist VerhĂŒtung im Islam verboten?

Es gibt im Islam kein Verbot der VerhĂŒtung, sofern dadurch die a.) die Gesundheit nicht geschĂ€digt, b.) kein bereits befruchtetes Ei zerstört wird und c.) eine Schwangerschaft nicht fĂŒr immer verunmöglicht wird. Eine Sterilisation ist dementsprechend klar untersagt. Sehr problematisch ist die Einsetzung einer sogenannten Spirale. Die Wirkung der Spirale gilt in der Fachwelt weiterhin nicht als restlos geklĂ€rt. Ihre nidationshemmende Wirkung (Verhinderung der Einnistung eines bereits befruchteten Eis) jedoch spricht klar gegen ihre ZulĂ€ssigkeit, da damit eine bereits eingetretene Schwangerschaft willentlich abgebrochen wird.

Zur Zeit des Propheten Muhammad (sas) wurde der sogenannte „coitus interruptus“ praktiziert, und der Prophet hat dies gebilligt. Ausserdem wird im Quran empfohlen, dass die Mutter ihr Kind zwei volle Jahre stillen soll (2:233); dies ist auch ein gewisser Schutz vor Schwangerschaft, was natĂŒrlich eine Schwangerschaft innerhalb der Stillzeit nicht ausschliesst.

Heutzutage gibt es allerdings modernere Methoden der SchwangerschaftsverhĂŒtung. FĂŒr welche zulĂ€ssige Art der SchwangerschaftsverhĂŒtung sich ein muslimisches Ehepaar entscheidet oder ob es ĂŒberhaupt VerhĂŒtungsmittel verwenden will, können die Ehepartner unter BerĂŒcksichtigung der familiĂ€ren und gesundheitlichen Situation entscheiden. Die Tatsache, dass muslimische Ehepaare oft mehrere Kinder haben, ist nicht auf eine mangelnde VerhĂŒtungspraxis zurĂŒckzufĂŒhren, sondern auf die durch die islamische Lehre begrĂŒndete positive Einstellung zu Kindern.

Ist Geschlechtsverkehr wÀhrend der Menstruation zulÀssig?

Der Islam verbietet den Geschlechtsverkehr wĂ€hrend der Menstruation eindeutig. Der Quran sagt: „Sie fragen dich nach der Monatsblutung. Sag: Sie ist ein Leiden. So haltet euch von den Frauen wĂ€hrend der Monatsblutung fern, und kommt ihnen nicht nahe (Enthaltet euch des Geschlechtsverkehr wĂ€hrend der Monatsblutung), bis sie rein sind.“ (2:222)

Der Gesandte (sas) kommentierte diesen Vers: „Macht alles ausser dem Geschlechtsverkehr.“ (Sahih Muslim, Nr.302).

Damit gilt, dass einzig der Koitus verboten ist, was den Ehepartnern freien Spielraum fĂŒr den Austausch von ZĂ€rtlichkeit oder sonstigen sexuelle Handlungen wie Petting lĂ€sst. Der direkte Kontakt mit Menstruationsblut muss jedoch vermieden werden.

Ab welchem Alter ist Sex im Islam möglich?

Theoretisch ist Geschlechtsverkehr ab der biologischen Geschlechtsreife, sprich nach Beginn der PubertĂ€t möglich. FĂŒr die Konditionen einer Heirat wird jedoch auch die psychische MaturitĂ€t (rushd) vorausgesetzt. Je nach Fall, kann dies zu einem Hinderungsgrund werden. Die ersten sexuellen Beziehungen sind Erfahrungen, die gerade im Westen von vielen Jugendlichen in sehr frĂŒhem Alter gemacht werden. Der Islam verbietet jedoch jede intime Beziehung zwischen den Geschlechtern ohne Vollzug einer gĂŒltigen Nikah. Dies fĂŒhrt bei vielen Jugendlichen zu erheblichen Spannungen zwischen Lust und Gewissen. In der Schweiz sind sexuelle Beziehungen ab dem 16. Altersjahr legal zulĂ€ssig. Dagegen kann erst amtlich heiraten, wer das 18. Altersjahr erreicht hat. Von Gesetzes wegen entsteht also ein zweijĂ€hriger Problembereich, der fĂŒr Muslime in der Schweiz im Zweifelsfall nicht ideal gestaltbar ist.

 

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