Anlässlich des 8. Jahrestags des Minarett-Verbots versammelten sich rund 30 Aktivisten zu einem spontanen Flashmob entlang der Bahnhofstrasse in Zürich. Sie brachten Beschallungsgerät mit. Via Facebook Live-Stream liessen sie zuerst den Adhan in den Strassen Zürichs erklingen, dann eine Ansprache von Nicolas Blancho. 

Kommuniqué 29112017 – 0152

Der 29. November 2017 markiert den 8. Jahrestag des Minarett-Verbots. Dies zum Anlass nehmend, versammelten sich heute um 17:30 zahlreiche Aktivisten in der Zürcher Bahnhofstrasse, um dort an mehreren Standorten simultan den Adhan, den islamischen Gebetsruf, abzuspielen. Ziel der Aktivisten war es, auf den diskriminierenden Charakter des Art. 72 Abs. 3 der Schweizer Bundesverfassung aufmerksam zu machen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Die Aktion wurde live über verschiedene Social-Media-Kanäle übertragen.

Das Minarett-Verbot ist seit jeher ein sichtbares Zeichen für die wachsende Islamophobie in der Schweizer Bevölkerung. Wegen seiner Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten und seiner gezielten Beschränkung von Grundrechten einer einzelnen Bevölkerungsgruppe muss es als nunmehr acht Jahre währender Schadfleck in der Gesetzgebung dieses Landes bezeichnet werden. Der Islamische Zentralrat fordert die ersatzlose Streichung des Artikels.

Neue Art des simultanen „Flashmobs 2.0 live“ getestet

Die Aktion war auch ein Test für eine neue Art spontaner, simultan vernetzter Einzelaktionen. Gestern rief der IZRS via Facebook Freiwillige dazu auf, an der Aktion teilzunehmen. Interessierte erhielten die Anweisung, Beschallungsgerät und ein internetfähiges Smartphone mitzubringen und sich entlang der Bahnhofstrasse einzeln oder in Zweiergruppen aufzustellen. Punkt 17.30 Uhr empfingen sie den Gebetsruf „Adhan“ gefolgt von einer Ansprache des IZRS-Präsidenten Nicolas Blancho. Die ans Smartphone angeschlossene Beschallungstechnik sorgte dafür, dass die Bahnhofstrasse zwischen Bahnhofplatz und Uraniastrasse lückenlos beschallt werden konnte. Die Aktion dauerte ganze sechs Minuten. Danach zogen die Teilnehmer/innen wieder ab.

Unterschiedliche Reaktionen 

Die Passanten reagierten unterschiedlich auf das Erklingen des Adhans in Zürichs Strassen. Einige reagierten aggressiv und verständnislos, während andere unseren Teilnehmern spontan in die Arme fielen. Die herbeigerufene Polizei konnte mangels Personal nur vereinzelte Teilnehmer kontrollieren. Der IZRS bewertet die Aktion als Erfolg und kann sich vorstellen das Modell „Flashmob 2.0 live“ in Zukunft vermehrt einzusetzen.

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