Freunde der ägyptischen Armee laden zur Demo in Bern
Freunde der ägyptischen Armee laden zur Demo in Bern

Nachdem in den vergangenen Wochen auch in der Schweiz Hunderte gegen den Militärputsch und die Massaker demonstriert haben, rufen nun Unbekannte zur Pro-Sisi Demo in Bern auf.

Bern, 28.8.2013

(qi) Über Facebook ruft eine bisher unbekannte ägyptische Gruppierung (36 Likes) «Egyptians – Switzerland» für den kommenden Samstag, 28. August zu einem «Aufstand zur Unterstützung des ägyptischen Staates» auf. Wie die Gruppierung auf ihrem martialisch gestalteten Flyer schreibt, gehe es ihr darum «staatliche Institutionen im Kampf gegen den Terrorismus» zu unterstützen und die aus ihrer Sicht unberechtigt kritische Haltung westlicher Medien und Regierungen gegenüber dem Militär-Putsch zu «verurteilen».

In Ägypten versteht das herrschende Putschisten-Regime unter dem Begriff «Kampf gegen den Terrorismus» derzeit eine umfassende Repression gegen all jene Individuen, Gruppierungen und Parteien, die mit dem gewaltsamen Umsturz der freiheitlich gewählte Regierung Muhammad Mursis nicht einverstanden zeigen und am friedlichen Protest festhalten.

Keine Massenbewegung

Wer tatsächlich hinter der angekündigten Demo steht, geht aus dem Flyer nicht klar hervor. Sicher ist, dass es sich um vermutlich nicht mehr als eine Hand voll Ultranationalisten handeln dürfte, die ideell oder strukturell mit dem Ancien Régime verbunden sind.
Der Rückhalt für das Militärregime gilt unter Auslandsägypter, die nicht der Dauerpropaganda der gleichgeschalteten ägyptischen Medien ausgesetzt sind, als gering. War die Befürwortung oder Ablehnung des Umsturzes vom 3. Juli noch eine Frage der politischen Orientierung, verurteilen Ägypterinnen und Ägypter das brutale Vorgehen der Streitkräfte seit der blutigen Niederschlagung der Protestlager Rabi’a al-‚adawiyya und Nahda Masr am 14. August zunehmend.

Dennoch stellt sich die Frage, mit welchem Gedankengut wir es bei den Drahtziehern hinter der Demo von kommendem Samstag zu tun haben. In der Schweiz sind wir es uns gewohnt, dass für Frieden und Freiheit demonstriert wird und nicht für Gewalt und Repression.

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