(qi) In der Friedhoffrage tut sich etwas. Nach einigem Zögern hat sich nun die St. Galler Regierung entschieden, ein neues Gesetz über die Friedhöfe und die Bestattungen in die Vernehmlassung zu schicken, wie die Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte.

Sollte die Regierung das Gesetz durchbringen, könnten die politischen Gemeinden dort wo das Bedürfnis besteht, selbstständig Grabfelder für religiöse Gemeinschaften definieren. Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Liestal, Luzern, Olten, Thun, Winterthur und Zürich haben die Möglichkeit für islamische Bestattungen bereits geschaffen, so die Regierung.

Bricht das Eis?

Im vergangenen Jahr hatten bereits die Städte Winterthur und Biel nach jahrelangem Seilziehen endlich die nötigen Schritte eingeleitet, um auch muslimischen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend ihrem Ritus in Würde beerdigen zu lassen.

Die Friedhoffrage gilt immer noch als eines der dringlichsten Anliegen muslimischer Gemeinschaften in der Schweiz. Sie argumentieren, dass wer hier sein Leben verbringt, arbeitet und Steuern bezahlt, auch das Recht hat an Ort und Stelle würdevoll beerdigt zu werden.

Quelle: St. Galler Tagblatt, St.Gallen will Grabfelder für Moslems schaffen, 03.03.2011.

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