Bern, 3.4.2010

turkische_moschee_ostermundigen_sm(qi) Die Schweiz kriegt eine neue Moschee. Heute Nachmittag wohnten rund 300 Personen der Neueröffnung des türkisch-islamischen Zentrums in Ostermundigen bei Bern bei. Hasan Irmak, Präsdient der türkisch-islamischen Vereinigung Bern betonte in seiner Ansprache, dass die Moschee ihre Türen allen, auch Nicht-Muslimen stets offen halten werde. Zum Auftakt erschienen neben anderen Gästen auch eine katholische Pfarrleiterin sowie ein reformierter Pfarrer, die ihrerseits dem neuen Gebetshaus Glückwünsche überbrachten.

Dass sich in der ehemaligen Weinhandlung heute ein türkisches Gebetshaus eingerichtet hat, würde man von Aussen nicht vermuten. Der Schriftzug jedenfalls „Barisi Bern Weinhandlung Direkter Import“ steht immernoch gut leserlich über dem Eingangsportal. Auf Anfrage hiess es, man sei schlicht noch nicht dazu gekommen, die Fassade neu zu spritzen.

turkische_moschee_ostermundigen_in_smIm Innern ist die Moschee schlicht, modern und augenfällig stimmig ausgebaut. Im Eingangsbereich stehen Tische sowie ein grossser Fernseher. Unübersehbar hängt an enem Pfeiler zur Rechten die „İstiklâl Marşı“, also die türkische Nationalhymne von 1921. Der Gebetsraum ist wie üblich in Schweizer Moscheen nicht a priori nach Mekka ausgerichtet. Daher werden die Teppiche so verlegt (quer), dass die Gebetsrichtung (Qibla) trotzdem eingehalten werden kann. Vorne stehen links eine Kanzel, in der Mitte ein ornamental verziertes Mihrab und rechts ein klassisches Minbar.

Der Moscheeverein zählt gemäss Hasan Irmak rund 300 Mitglieder, kann sich aber dennoch keinen eigenen Imam leisten. Das türkische Religionsministerium bzw. die Diyanet stellt der Gemeinde jeweils für vier Jahren einen Imam aus der Heimat zur Verfügung. Herrn Irmak ist es ein Anliegen, dass die Predigt zukünftig mittels Text-Projektion auch ins Deutsche und Englische übersetzt wird.

Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten in Ostermundigen verschob sich die ausschliesslich türkische Gesellschaft ins Zentrum Bahnhof Gümligen, wo Frauen und Männer dem Vortrag über die Offenbarung des Qur’ans eines eigens dazu aus der Türkei angereisten Professors Aufmerksamkeit schenkten.

(IZRS/Islamgate)

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