Nicolas_Blancho_kondoliert_U_Semsettin_EMB_13032012(qi) Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) verurteilt den mörderischen Brandanschlag auf die schiitische Imam Reda Moschee im Brüsseler Vorort Anderlecht aufs Schärfste und spricht der Familie des dabei ermordeten Imams sein herzliches Beileid aus.

Noch sind die Umstände der Tat von offizieller Seite nicht geklärt. Erste Hinweise deuten aber auf eine Eskalation des schon länger schwellenden interkonfessionellen Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten in der belgischen Hauptstadt hin. Eine solche Tat lässt sich jedoch durch keine wie auch immer geartete Auslegung der islamischen Normativität rechtfertigen.

Zentralrats-Präsident Nicolas Blancho kondolierte heute Morgen Semsettin Ugurlu, dem Vorsitzenden des Exécutif des Musulmans de Belgique (EMB). Blancho wies bei der Gelegenheit auf die dringende Notwendigkeit eines interkonfessionellen Dialogs zwischen Schiiten und Sunniten hin. Seit dem Irak-Krieg habe sich das Klima zwischen den beiden islamischen Konfessionen stark verschlechtert. Der EMB Präsident verurteilte die Tat seinerseits, lehnt jedoch die aktuelle mediale Aufmachung ab, wonach es sich beim Täter um einen «Salafiten» handeln soll. Der Täter müsse an seiner kriminellen Tat gemessen werden, die keiner islamischen Gruppierung zugeschrieben werden dürfe. Die EMB nehme den Vorfall sehr ernst und arbeite daran, die Wogen zu glätten, um eine mögliche Ausweitung des Konflikts rechtzeitig einzudämmen.

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) lehnt jede Form interkonfessioneller Hetze zwischen Schiiten und Sunniten ab. Er glaubt, dass dieser Konflikt von verschiedenen Kräften aus politischem Kalkül geschürt wird und letztlich zu einer Ablenkung von genuin islamischen Anliegen führt und ein völlig falsches Bild auf unsere ohnehin schon stark negativ wahrgenommene Religion wirft.

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