Bern/Washington 18.11.2010

(qi) US-Außenministerin Hillary Clinton kritisierte bei der Vorstellung des Jahresberichtes ihres Ministeriums zur internationalen Religionsfreiheit Einschränkungen der Glaubensfreiheit in Europa. In mehreren europäischen Staaten werde die freie Religionsausübung behindert, so Clinton. Dies habe eine schwere Belastung demokratischer Gesellschaften zur Folge. Die US-Regierung nennt neben dem Niqab-Verbot in Frankreich vor allem auch das Schweizer Minarettverbot als Beispiele solcher kritischer Einschränkungen. Das US-Außenministerium veröffentlicht seit 1999 Berichte zur Religionsfreiheit.

Diskriminierungen nicht nur in Europa

Dem Report zufolge seien Diskriminierung und Verfolgung in Birma, China, Eritrea, Nord-Korea, Saudi Arabien, im Sudan und in Afghanistan besonders schwerwiegend. In Nord-Korea soll es überhaupt keine Glaubensfreiheit geben. Kritisch betrachtet wird auch die Lage in Pakistan, im Iran und in Usbekistan. Zeichen von mehr Toleranz gebe es in Indonesien, Brasilien, Syrien und in der Türkei, heißt es.

Neuerdings betont das US-Aussenministerium, dass sich die USA nicht zum «Richter» anderer Länder aufspielen wollten. Aber man nehme Religionsfreiheit sehr ernst und wolle den Menschen zur Seite stehen, die trotz Anfeindung und Gewalt ihren Glauben lebten. Zur Religionsfreiheit gehöre auch das Recht, keine Religion zu praktizieren, hob sie hervor.

Quelle: EKD, Clinton kritisiert Defizite bei Religionsfreiheit in Europa, 18.11.2010.

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