Alexander Müller, Bild: Dominique Meienberg
Alexander Müller, Bild: Dominique Meienberg

Tages-Anzeiger – Der ehemalige Zürcher SVP-Lokalpolitiker Alexander Müller verlor nach einem Twitterabend im vergangenen Juni alles: Job, Parteizugehörigkeit, politische Ämter und einen Teil seines sozialen Umfeldes.

Alexander Müller, Sie haben im vergangenen Juni an einem Samstagabend über Twitter verbreitet, dass wir vielleicht wieder eine Kristallnacht brauchen – diesmal für Moscheen.

Anders als in den Medien dargestellt, habe ich nie eine Kristallnacht gefordert, sondern meiner Besorgnis über den radikalen Islamismus Ausdruck verliehen. Mein Tweet war ein rhetorisches Mittel und ist in der Abfolge mehrerer Tweets zu verstehen. Selbstverständlich habe ich damit nicht ernsthaft eine Kristallnacht erwogen. Aber die Medien haben daraus einen Skandal gemacht, initiiert von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Jungen Grünen kündigten daraufhin eine Strafanzeige wegen Verstoss gegen den Rassismus-Strafartikel an. Die Medien haben zu wenig sorgfältig recherchiert, meinen Tweet aus dem Zusammenhang gerissen und mir Unzutreffendes unterstellt.

Der Zusammenhang war Ihr Ärger über den radikalen Islam?

Ich brachte mit dem Tweet meine Besorgnis über den radikalen Islamismus zum Ausdruck und wollte auf mögliche Gefahren hinweisen, wenn auf politischer Ebene nichts dagegen unternommen wird: Muss wieder so etwas Schreckliches wie die Kristallnacht passieren, bis die politischen Verantwortungsträger endlich aufwachen? Es gehört zu meinem Kommunikationsstil, dass ich mich pointiert äussere.


Artikel-Link: https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ich-erlebe-seit-letztem-Sommer-den-sozialen-Tod/story/11144999

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