Kommuniqué 12122009-0002

Bern, 12.12.2009 / 25. Dhu l-Hijja 1430

(nb) Der Islamische ZentralratSchweiz (IZRS) hat heute ab 14.00 Uhr zu einer friedlichen Kundgebungauf dem Bundesplatz in Bern aufgerufen. Ziel der Versammlung war es,gegen die im Zuge der Minarettinitiative salonfähig gewordeneIslamophobie in den Schweizer Medien zu protestieren. Es handelte sichalso nicht um einen Protest gegen das Abstimmungsresultat an sich,sondern um dessen Begleiterscheinungen.

Trotz schlechtem Wetter und kurzfristiger Ankündigung versammeltensich gegen 800 Muslime und Nichtmuslime, um ihren Unmut über dieausufernde Polemik in der Öffentlichkeit kundzutun.

Verschiedene Redner und Rednerinnen aus dem In- und Auslandverdeutlichten, dass nicht die Präsenz eines normativen Islamsfür Missstände wie Jugendkriminalität zur Verantwortungzu ziehen sei, sondern vielmehr die Nichtobservanz islamischer Ethik.

Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrates Schweiz(IZRS), monierte vor allem die systematische Propaganda gegen den Islamim Vorfeld der Abstimmung. Diese verzerrte Konstruktion habe wesentlichzum überraschenden Resultat vom 29.11.2009 beigetragen und sorgeauch weiterhin für eine angespannte Stimmung im Lande.

Melanie Muhaxheri, Präsidentin der Muslimischen FrauenorganisationSchweiz (MFOS), liess keinen Zweifel offen, dass sie das Kopftuch freiwilligtrage. Sie kenne ausserdem keine einzige Frau in derSchweiz, die dazu gezwungen werde.

Dem angekündigten deutschen Gastredner, Pierre Vogel, wurdeseitens des BMI im Vorfeld der Kundgebung die Einreise verweigert. DerIslamische Zentralrat Schweiz (IZRS) bedauert diesen Entscheid, zumalPierre Vogel nicht irgendein unbekannter „Hassprediger“, sondern einerder berühmtesten und zugleich wohl einflussreichstendeutschsprachigen muslimischen Prediger ist. Es darf in einemfreiheitlich-demokratischen System nicht dazu kommen, dass potentiellunbequeme Ansichten durch polizeiliche Zwangsmassnahmen wieEinreisesperren und Redeverbote zensuriert werden. Die Massnahmeverursacht unter Schweizer Muslimen zusätzliche Irritation undBefremden. Sie ist unter keinen Umständen tauglich, die imNachgang der Abstimmung vom 29.11.2009 entstandene Unruhe zubesänftigen.

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Veröffentlicht am: 29. Dezember 2009
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