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Wie Online-Nikah zum neuen Goldstandard wurde
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30.09.2026

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Wie Online-Nikah zum neuen Goldstandard wurde

Während der Corona-Pandemie führte der Islamische Zentralrat die erste Online-Nikah durch. Was als Ausnahme begann, ist innerhalb weniger Jahre zur Normalität geworden.

Es gibt Entwicklungen, bei denen man im Nachhinein kaum noch sagen kann, wann genau der Moment gekommen ist, an dem aus einer Ausnahme eine neue Normalität wurde. Bei der Online-Nikah ist dieser Moment inzwischen überschritten. Noch vor wenigen Jahren war der Gedanke, eine Nikah nicht in einer Moschee, einem islamischen Zentrum oder einem anderen physischen Raum, sondern online durchzuführen, für viele Muslime ungewohnt. Man musste erklären, wie das überhaupt funktionieren soll, weshalb die Zeugen nicht zwingend im selben Raum sitzen müssen und ob eine religiöse Zeremonie tatsächlich über einen Bildschirm stattfinden kann. Heute stellen sich diese Fragen für immer weniger Menschen. Im westlichen muslimischen Kontext ist die Online-Nikah längst vom Nischenphänomen zum eigentlichen Normalfall geworden.

Seinen Durchbruch erlebte diese Entwicklung beim Islamischen Zentralrat bereits im Jahr 2020. Die Corona-Pandemie machte physische Zusammenkünfte plötzlich schwierig oder teilweise unmöglich. Während man damals vielerorts noch von einer vorübergehenden Notlösung sprach, zeigte sich sehr schnell, dass die technischen Möglichkeiten etwas ermöglichen, das weit über eine pandemische Ausnahme hinausgeht. Die entscheidende Frage ist bei der Nikah schliesslich nicht, ob sich alle Beteiligten in einem bestimmten Gebäude befinden. Entscheidend ist vielmehr, dass die religiös relevanten Voraussetzungen erfüllt sind: Die beteiligten Personen müssen eindeutig identifiziert sein, der Ijab und Qabul muss klar und unmittelbar erfolgen, die erforderlichen Zeugen müssen den Vorgang wahrnehmen können und die weiteren schariatischen Voraussetzungen müssen eingehalten werden. Sind diese Voraussetzungen gewährleistet, bietet die digitale Übertragung eine Möglichkeit, die Nikah in einer Weise durchzuführen, die religiös strukturiert und gleichzeitig organisatorisch erheblich einfacher ist.

Islamrechtlich abgesichert 

Dass die Online-Nikah damit längst nicht mehr auf eine vorübergehende Ausnahmesituation reduziert werden kann, zeigt sich auch in der Entwicklung der islamischen Rechtsmeinung. Bereits 2011 beschäftigte sich das nationale malaysische Fatwa-Gremium mit der Frage der Nikah per Videokonferenz und erklärte sie unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig. Als Voraussetzung wurde unter anderem festgehalten, dass alle Beteiligten unmittelbar an der Durchführung von Ijab und Qabul beteiligt sein müssen, die Identität zweifelsfrei feststehen muss und sämtliche schariatischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Die Fatwa kam dabei ausdrücklich zum Schluss, dass auch eine Videokonferenz die erforderliche Einheit der Sitzung erfüllen könne.

Diese Entwicklung setzte sich fort. Auch das Mufti-Amt des malaysischen Bundesstaates Selangor bestätigte die Zulässigkeit einer Nikah per Videokonferenz. In Singapur erklärte das Office of the Mufti bereits im April 2020, dass Imame des dortigen Registers muslimischer Eheschliessungen Nikahs per Videokonferenz durchführen können, sofern die Voraussetzungen der islamischen Eheschliessung erfüllt und insbesondere die Identitäten aller Beteiligten zuverlässig festgestellt werden.

Auch in der zeitgenössischen islamischen Gelehrsamkeit wurde diese Entwicklung weiter aufgegriffen. Der malaysische Gelehrte und ehemalige Mufti von Perlis, Dr. Zulkifli al-Bakri, bestätigte 2023 ausdrücklich, dass eine Nikah über Video unter den entsprechenden Voraussetzungen zulässig sein kann. Dabei verwies er auf die bereits 2011 getroffene Entscheidung des nationalen Fatwa-Gremiums und führte mehrere zeitgenössische Gelehrte an, die eine solche Form der Eheschliessung unter bestimmten Bedingungen ebenfalls für zulässig hielten. 

Bemerkenswert ist zudem, dass die Frage inzwischen auch innerhalb der hanafitischen Rechtswissenschaft systematisch untersucht wird. Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung im Journal of Hanafi Studies befasst sich mit dem rechtlichen Status der Online-Nikah im hanafitischen Fiqh und untersucht dabei insbesondere die klassische Frage des ittihad al-majlis, also der Einheit der Sitzung, unter den Bedingungen moderner Kommunikationstechnologie. Allein die Tatsache, dass diese Frage inzwischen in einer eigenständigen wissenschaftlichen Untersuchung innerhalb der hanafitischen Rechtswissenschaft behandelt wird, zeigt, wie weit sich die Diskussion von der ursprünglichen Corona-Ausnahme entfernt hat. 

Was zunächst aus der Not heraus entstand, wurde deshalb bald zu einer praktischen Alternative – und ist mittlerweile für viele Paare die bevorzugte Art und Weise. Heute werden beim Islamischen Zentralrat bereits rund 70 Prozent der Nikahs online durchgeführt. Diese Zahl zeigt, dass sich die Gewohnheiten einer ganzen Generation verändert haben. 

Sobald die grundlegenden schariatischen Voraussetzungen auch über eine digitale Verbindung zuverlässig erfüllt werden können, stellt sich für viele Paare eine sehr einfache Frage: Warum sollte man den erheblichen organisatorischen Aufwand einer Zeremonie vor Ort auf sich nehmen, wenn dieselbe religiöse Handlung auch unkompliziert online durchgeführt werden kann? Damit kommen die ganz praktischen Vorteile der Online-Nikah ins Spiel. Zeit und Kosten sind dabei zwei besonders gewichtige Faktoren. Eine Nikah vor Ort bedeutet, dass der Imam anreisen muss, dass Zeugen zur gleichen Zeit am gleichen Ort verfügbar sein müssen und dass unter Umständen mehrere Personen aus unterschiedlichen Städten oder sogar Ländern zusammengebracht werden müssen. Eine religiöse Zeremonie, die selbst nur wenige Minuten dauert, kann dadurch schnell einen beträchtlichen organisatorischen Aufwand erzeugen. Bei der Online-Nikah entfällt ein grosser Teil dieser Logistik. Das Paar kann sich dort befinden, wo es lebt, die Zeugen können sich von einem anderen Ort zuschalten und der Imam muss nicht reisen. 

Hinzu kommt, dass die Online-Nikah in eine gesellschaftliche Entwicklung hineinpasst, die längst nicht mehr auf den religiösen Bereich beschränkt ist. Unsere gesamte Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Wir bestellen online, bezahlen online, arbeiten online, lernen online, kommunizieren online und organisieren immer grössere Teile unseres Alltags über digitale Plattformen. Menschen lernen sich online kennen und führen Beziehungen über Ländergrenzen hinweg, Familien leben über mehrere Zeitzonen verteilt und selbst persönliche Gespräche mit Menschen, die einem wichtig sind, finden heute selbstverständlich per Video statt.

Online Eheschliessing setzt sich durch

Seit Oktober 2025 können Paare in Abu Dhabi ihre offizielle Eheschliessung über die staatliche TAMM-App vollständig digital abwickeln. Antragstellung, Dokumentenprüfung, Terminbuchung und die Auswahl des Offizianten erfolgen online; die eigentliche Zeremonie kann über eine gesicherte Videokonferenz durchgeführt werden, wobei auch die zwei erforderlichen Zeugen digital zugeschaltet werden können. Das Angebot wird von der Abu Dhabi Judicial Department beaufsichtigt und steht auch Personen offen, die sich ausserhalb der Emirate befinden. (The National)

Das ist mehr als eine technische Spielerei. Wenn selbst eine staatliche Justizbehörde die offizielle Eheschliessung so organisiert, dass Identifikation, Dokumente, Offiziant, Zeugen und Zeremonie digital zusammengeführt werden können, zeigt dies, wie grundlegend sich die Vorstellung davon verändert, was bei einer Eheschliessung zwingend physisch stattfinden muss. 

Aber auch für Paare, die keine standesamtliche Eheschliessung anstreben, gibt es mittlerweile professionelle provate Anbieter wie MyNikahNow. Jene haben die Online Nikah Zeremonie professionalisiert und ermöglichen es, den gesamten Prozess über eine seriöse  Plattform abzuwickeln. Identitätsprüfung, Terminorganisation, Dokumentation und die eigentliche Durchführung der Nikah lassen sich dadurch in einen klar definierten Ablauf integrieren.

MyNikahNow bietet Online Nikah innert 24 Stunden

Die Entwicklung ist damit nicht nur eine Frage der Technik. Sie verändert auch die Erwartung der Menschen daran, wie eine religiöse Dienstleistung organisiert werden kann. Wenn ein Paar heute seine Nikah plant, muss es nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen, dass dafür ein bestimmter Ort, ein bestimmter Termin und die physische Anwesenheit aller Beteiligten organisiert werden müssen. Die digitale Möglichkeit ist inzwischen Teil des normalen Entscheidungsprozesses – und genau das ist der eigentliche Übergang vom Nischenphänomen zum neuen Standard.

Gerade bei uns in Mitteleuropa kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. In Ländern wie der Schweiz und Frankreich bestehen weiterhin anachronistisch anumtende gesetzliche Regelungen, wonach eine religiöse Zeremonie der standesamtlichen Eheschliessung nicht vorausgehen darf. Während du zurecht die Schulter zucken magst und dich fragst, was geht das jetzt den Staat an, in welcher Beziehungsform ich lebe, kann es für Imame und islamische Institutionen, die vor Ort tätig sind, rechtliche Probleme nach sich ziehen. Ein international tätiger Anbieter wie MyNikahNow ist von dieser Problematik nicht betroffen, da in anderen Jurisdiktionen, wie in diesem Fall dem Vereinigten Königreich, keine rechtlichen Hürden bestehen. 

Die Nikah wird dabei nicht weniger real, nur weil Imam, Zeugen und Paar nicht im selben Raum sitzen.

Und genau darin liegt vielleicht die wichtigste Veränderung: Die Online-Nikah muss heute nicht mehr gerechtfertigt werden. Sie muss nicht mehr als Sonderfall verteidigt werden. Sie ist in der muslimischen Realität angekommen. Wer heute eine Nikah organisiert, wird immer häufiger zuerst nach einer Online-Möglichkeit suchen und erst danach überlegen, ob eine physische Zeremonie überhaupt einen zusätzlichen Nutzen bietet.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die Nikah in der Moschee verschwinden wird. Für viele Familien besitzt die persönliche Zusammenkunft einen hohen sozialen und emotionalen Wert. Eine Moschee, eine islamische Institution oder ein gemeinsamer Raum wird deshalb auch künftig seinen Platz haben. Aber das ist etwas anderes, als den physischen Ort zur Voraussetzung für eine zeitgemässe Nikah zu machen. Die Digitalisierung nimmt der Nikah weder ihre religiöse Bedeutung noch ihre Ernsthaftigkeit. Sie verändert lediglich die Infrastruktur, über die sie organisiert und durchgeführt wird.

Was 2020 noch wie eine aussergewöhnliche Antwort auf eine aussergewöhnliche Situation erschien, ist sechs Jahre später eine etablierte Form religiöser Praxis. Die Entwicklung ist dabei keineswegs abgeschlossen. Je professioneller die technischen Abläufe werden, je einfacher Identität und Dokumente digital überprüft werden können und je mehr Menschen mit dieser Form der Nikah Erfahrungen sammeln, desto stärker wird sich die Akzeptanz weiter normalisieren.


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MyNikahNow Nikah

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