jtemplate.ru - free extensions for joomla

Schweinefleisch im Döner: 7 von 20 Schweizer Kebab-Proben positiv getestet

Montag, 25 Februar 2013 13:12
Artikel bewerten
(18 Stimmen)
In sieben von 20 Döner Proben wurde Schweinefleisch nachgewiesen In sieben von 20 Döner Proben wurde Schweinefleisch nachgewiesen

Letzte Woche war es erst ein Verdacht. Nun steht es fest: Sieben von 20 Schweizer Döner-Proben wurden positiv auf Schweinefleisch getestet, obwohl alle Kebab-Verkäufer versicherten, dass ihre Produkte «halal» seien. 

Kommuniqué 25022013-0067

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) liess vergangene Woche 20 Döner-Kebabs in der ganzen Schweiz auf eine mögliche Beimischung von Schweinefleisch testen. Grund für den Test waren Meldungen aus Deutschland, wonach in mehreren Städten Schwein im Döner-Fleisch gefunden worden war. Untersucht wurde das Döner-Fleisch gut frequentierter Buden in Bern, Biel, Zürich, Winterthur, Basel, Luzern, Kreuzlingen, Lausanne und Genf.

Die Resultate dieser Untersuchung durch das Berner Labor Biosmart liegen nun vor. In sieben von 20 Dönern konnte Schweinefleisch nachgewiesen werden. Betroffen sind Buden in Kreuzlingen, Winterthur, Biel, Bern, Luzern und Genf.

Problem liegt bei der Verarbeitung

Die Analyse der Proben hat mit <0.1% einen sehr geringen Anteil an Schweinefleisch ergeben. Daraus schliesst der Islamische Zentralrat, dass es sich hierbei kaum um böswillige und wissentliche Beimischung von Schweinefleisch handelt, sondern vielmehr um Mängel bei der Verarbeitung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kamen bei der Verarbeitung des Döner-Fleischs die gleichen Instrumente zum Einsatz, die vorgängig schon zur Verarbeitung von Schweinefleisch genutzt worden sind.

Um Halal-Standards z.B. der OIC (in der Schweiz bisher nicht verlässlich zertifizierbar) zu genügen, muss ein Fleischverarbeitungsbetrieb aber ganz auf die Verarbeitung von Schweinefleisch verzichten oder zumindest den Produktionszyklus für Schweinefleisch hermetisch von der Verarbeitung aller anderen Fleischsorten trennen.

In keinem Fall darf Schweinefleisch in noch so geringen Mengen in Endprodukten auftauchen, die als «halal» markiert werden sollen.

Islamischer Zentralrat über Ausmass schockiert

Dass nicht überall, wo «halal» draufsteht, auch «halal» drin ist, nahm der Rat schon seit einiger Zeit an. So lassen sich Produkte nicht alleine durch die Tatsache, dass sie frei von Schweinefleisch sind, als «halal» beschreiben. Auch Puten- oder Rindfleischprodukte sind nicht per se «halal», sondern müssen im Verarbeitungsprozess analog zum jüdischen Schächten, einer rituellen Schlachtmethode unterzogen worden sein.

Dass nun jedoch in sieben von 20 Döner-Kebabs Schweinefleisch nachweisbar ist, übertrifft alle Befürchtungen und schockiert die Mitarbeitenden des Islamischen Zentralrates. Präsident Nicolas Blancho sagte dazu: «Das ist schlicht eine Schweinerei. Unsere Mitarbeiterinnen hatten bei der Sammlung der Proben jeweils nachgefragt und in allen Fällen wurde versichert, dass das Döner-Fleisch halal sei.»

Lancierung eines Schweizer Halal-Standards stockt

Der Islamische Zentralrat evaluiert seit Ende 2011 die Möglichkeit, ein Schweizer Halal-Label zu lancieren. Dazu wurde er u.a. auch im Oktober 2012 bei der Schweizerischen Normenvereinigung  (SNV) vorstellig. Zurzeit wird jedoch der IZRS-Vorstoss auf der nationalen Ebene durch eine übergeordnete Normen-Debatte beim Europäischen Komitee für Normung (CEN) blockiert. Allerdings konnten jene Beteiligten bisher keinen Konsens in der Standardisierung einer Halal-Norm erzielen. Damit sind dem Islamischen Zentralrat bis Abschluss der CEN-Debatte die Hände gebunden. Temporäre Ausweichmöglichkeiten werden derzeit geprüft.

Resultate als PDF: PB-IZRS-250213.PDF

11 Kommentare

  • Kommentar-Link Asiya Mittwoch, 06 März 2013 14:29 gepostet von Asiya

    Bitte die Läden angeben die Schweinefleisch frei sind

    Melden
  • Kommentar-Link Asiya Mittwoch, 06 März 2013 14:29 gepostet von Asiya

    Bitte die Läden angeben die Schweinefleisch frei sind

    Melden
  • Kommentar-Link Ukti Mittwoch, 27 Februar 2013 21:19 gepostet von Ukti

    Kann uns der IZRS bitte sagen, wo die 14 Kebabas gekauft wurden, in denen KEIN SChwein gefunden wurde? Das wäre doch schon mal was. Und barakallahu fikum für den TEst!!!

    Melden
  • Kommentar-Link Ali Dienstag, 26 Februar 2013 11:08 gepostet von Ali

    Lancierung eines Schweizer Halal-Standards stockt
    Das Vorgehen verstehe ich nicht. Weshalb müssen Schweizer Beamte darüber entscheiden? In Deutschland gibt es bereits das Unternehmen "Halal Control".
    http://www.halalcontrol.de/zert.htm

    Melden
  • Kommentar-Link Mohamed Hares Montag, 25 Februar 2013 18:31 gepostet von Mohamed Hares

    Es wäre schon sehr nötig jetzt auch bei anderen halal Produkten wie zum Beispiel bei Würsten und Aufschnitt genau Kontrollen durchzuführen.Im Moment fehlt das Vertrauen was der wirkliche Inhalt dieser Fleischwaren betrifft.
    لا حول ولا قوة إلا بالله العظيم حسبنا الله ونعم الوكيل

    Melden
  • Kommentar-Link Ali Montag, 25 Februar 2013 15:53 gepostet von Ali

    Man kann niemandem trauen im Moment. Gibt es bitte eine Liste von diesen Läden? ich wohne z.B. in Zürich und das wird mich interessieren. Danke Ali

    Melden
  • Kommentar-Link Amina Ahmetovic Montag, 25 Februar 2013 15:06 gepostet von Amina Ahmetovic

    Nun haben auch wir unseren Fleischskandal! Wir müssen uns schon fragen, wo hier die Glaubwürdigkeit des Islams bleibt, wenn Konsumenten sogar an Döner-Ständen derart dreist belogen und hinters Licht geführt werden. Das ist nur noch zum heulen, Subahallah. Ich bin ab sofort für einen kompletten Döner-Boykott!

    Melden
  • Kommentar-Link Belqis Montag, 25 Februar 2013 15:00 gepostet von Belqis

    "Alle haben gesagt, es sei "halal"". Wie kann man nur so unverantwortlich mit diesem Wort umgehen?

    Melden
  • Kommentar-Link Bertiz Benhamid Montag, 25 Februar 2013 14:59 gepostet von Bertiz Benhamid

    ',,Die Bürger sind in diesem Fall Opfer der kriminellen Machenschaften einer internationalen Fleischindustrie, deren Strukturen längst undurchschaubar sind."

    Melden
  • Kommentar-Link Meryem Montag, 25 Februar 2013 14:25 gepostet von Meryem

    Das ist wirklich ein Skandal! Wem kann man trauen? Alles mit Halal angeschrieben, aber wer übernimmt die Verantwortung?

    Melden

Schreibe einen Kommentar